Digge, digge Luft, Digger

Um als autofrei lebende Großstädter im Sommer an den Strand zu kommen, haben wir uns den BMW der Großeltern geliehen. Mit offenen Fenstern fahren wir an der Eisdiele im Dorfkern vorbei und hören Hip-Hop in rücksichtsvoll moderater Lautstärke. Doch die Kinder auf der Rückbank grölen die Texte mit „Ah, Puschen – Puschen real good!“ Ein älteres Pärchen schaut missbilligend herüber. Sofort reagiert bei uns das strenge Über-Ich: Ist es unangemessen, unsere Kinder diese Texte öffentlich laut singen zu lassen? Doch dann sehen wir eine Familie auf dem Bürgersteig, deren Kinder fröhlich einstimmen. Die Eltern grinsen herüber.

Die Band Deine Freunde, von der das mitgesungene Lied „Komm aus den Puschen“ stammt, bringt nun schon seit zehn Jahren eine geniale Kombination aus lässigen Texten, fetten Bässen und gut tanzbaren Beats in die deutschen Kinderzimmer. Je mehr wir gemeinsam mit unseren Kindern dazu tanzen und singen, desto öfter sitzen wir als Eltern danach auf dem Sofa und diskutieren darüber, dass diese Musik mehr kann als andere Kinderlieder. Und immer häufiger verlieren wir uns in fachlichen Gesprächen.

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