Es sind Menschen

Nach den Angriffen auf die israelische Zivilbevölkerung fallt es schwer, die richtigen Worte für das Entsetzen über diese Taten zu finden. Einige wählen die Bezeichnung „unmenschlich“, weil die Taten mit dem, was wir als kultiviertes menschliches Handeln begreifen, nicht vereinbar sind. Und manche weiten den Begriff des Unmenschlichen über die Taten selbst hinaus auf die Menschen aus, die diese Taten begangen haben. Der israelische Verteidigungsminister Yoav Galant etwa sagte: „Wir kämpfen gegen menschliche Tiere, und entsprechend handeln wir.“

Die Wut und Verzweiflung angesichts der Massaker und Entführungen ist verständlich. Gerade Deutschland muss heute mit dem Staat Israel und den dort lebenden Menschen solidarisch sein, aufgrund der Verbrechen an Jüdinnen und Juden durch die Nationalsozialisten. Und doch hat gerade Deutschland aufgrund seiner Geschichte auch eine Pflicht, der Entmenschlichung von Menschen zu widersprechen und sich ihr entgegen zu stellen. Bei jedem Menschen, ganz gleich welcher Herkunft, Geschichte oder Lebensumstände. Doch im Fall der Situation im Nahen Osten fällt diese Unterscheidung vielen Kommentatoren offenkundig schwer.

[mehr auf sz.de]